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Bin ich zu minimalistisch? Verpasse ich dadurch etwas?

Gestern lag ich wieder ein mal auf meinem (viel zu großem) Sofa und habe das Buch von Matthias Aumann gelesen. Darin schreibt er viele Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man gründet oder bereits gegründet hat. Beim Nachdenken über meine Antworten wandert mein Blick oft einfach nach oben. Auch in diesem Fall. Und dort entdeckte ich mal wieder meine „russischen Kronleuchter“ (bitte nehmt diese Mundart nicht zu Ernst!). Schon war ich abgelenkt und in meinem Kopf tauchte wieder einmal die Frage auf, bin ich zu minimalistisch?

Übertreibe ich den Minimalismus?

Seit etwa einem Jahr wohne ich nun schon in dieser (viel zu großen) Wohnung. All meinen Plunder aus meiner letzten Bude habe ich hier verteilt. Vor ein paar Wochen habe ich meinen letzten Umzugskarton ausgepackt, weil ich dachte darin ein Ordner mit einem bestimmten Dokument zu haben. Fehlanzeige, nach 4 Stunden Suche war es dann doch in dem Ordner, den ich zu aller erst durchsucht hatte und dabei nur das Dokument überblättert habe. Aber etwas Gutes hatte es ja auch. Der Karton ist endlich ausgeräumt. Darin befand sich nichts was ich benötigen würde, deshalb stand er ja solange unausgepackt in meiner Wohnung. Wenn man sich also in meiner Wohnung umschaut, sieht man auf Augenhöhe lauter unnützes Zeug, an der Decke aber ist es bis auf zwei Glühbirnen in meinem Wohnraum kahl.

Heute war ich Mittags bei Aldi. Dort gab es LED-Deckenlampen ab 7,99€. Sie waren meiner Meinung nach hässlich.
Hast Du „schöne“ Lampen? Ja? Dann weißt Du ja, dass diese ein Vermögen kosten. Deshalb habe ich gar keine. Die Dir mir gefallen, sind es mir nicht Wert und die günstigen sehen nicht schön aus, meiner Meinung nach zumindest. Deshalb hängen bei mir einfach nur die Glühbirnen in der Fassung. Die 7,99€ pro Lampe spare ich mir. Licht habe ich ja deshalb trotzdem und allein in meinem großen (Küche- / Ess- und) Wohnraum habe ich vier Anschlüsse. Also bin ich dann schon bei über 30€. Nur damit die Decke etwas schöner ausschaut. Heller wird es deshalb ja trotzdem nicht.
Abgesehen davon, dass ich über zwei Wände sechs Fenster im Abstand von einem halben Meter habe ist dieser Raum komplett Lichtdurchflutet und ich habe das Licht eh fast nie an.

Was ich mit diesem kleinen Abschweifer mich fragen möchte ist, ob ich an den falschen Dingen spare, oder mich dadurch einschränke.

Definitiv nicht!

Ich habe mir zwar seit einem Jahr keine Deckenlampen gekauft, jedoch auch keinen weiteren Plunder. Wie zu beginn erwähnt, habe ich das ganze Zeug bereits aus meiner alten Wohnung und meinem alten, vom unnötigen Konsum belasteten Leben mitgebracht. Das heißt für mich, dass ich nicht am falschen Ende minimalistisch lebe, sonder generell. Ich habe meinen unnötigen Konsum fast komplett eingestellt und darunter fallen für mich eben auch Deckenlampen.

Aber ist diese Lebensweise überhaupt lebenswert, oder verpasse ich dadurch nicht etwas?

Auch diese Frage beantworte ich entschlossen mit einem Definitiv nicht!
Außer die Sonderangebote von MediaMarkt und Co verpasse ich nichts. Mir fehlt nichts. Viele sehen in der minimalistischen Lebensart eine Einschränkung, aber das ist es für mich nicht. Es war lediglich eine Umstellung auf eine andere Lebensweise. Im Gegenteil, ich finde sie nicht nur nicht einschränkend, sonder sogar befreiend. Der Fokus landet wieder auf den wichtigen Dingen des Lebens.

Freunde und Familie

Ich bin viel draußen und mit Freunden unterwegs. Egal ob in den Bergen, in der Stadt, oder doch einfach nur gemütlich zuhause. Man muss nicht ständig in ein Restaurant zum essen, gemeinsam Kochen, Essen und den Abend verbringen ist doch viel schöner.
Warum ins Kino? Ein Film-Abend mit Freunden bei Popcorn und selbstgemachten Snacks ist viel spannender.
In die teure Disko zum abzappeln oder zum Lasertag spielen? Wann hast Du zum letzten mal ein Brettspiel gespielt?
Die Abend- oder Wochenendgestaltung muss nicht immer etwas Kosten und im Konsum enden. Es gibt unzählige, viel bessere Arten seine Zeit zu verbringen!

Sport

Meinen Sport mache ich auch meistens draußen, Training mit dem eigenen Körpergewicht. Letztes Jahr habe ich das ziemlich extrem betrieben und viele waren davon begeistert. Wir sind nun eine kleine Gruppe, die ich motiviere und anheize. Ich gehe auch bei Regen raus und trainiere. Nicht alle machen dabei mit.
Bei viel Schnee oder einem Sturm trainiere ich in meiner Wohnung, eine Fitnessmatte und 2×2 Meter platz reichen vollkommen aus. Man braucht kein Fitnessstudio für 60€ im Monat! Ihr seht, auch hier bin ich nicht eingeschränkt. Im Gegenteil, ich habe dadurch viele neue Leute kennengelernt und kann ihnen helfen mehr Sport zu treiben.

Ernährung

Ich ernähre mich frisch und gesund. Viele meiner Gerichte sind mittlerweile Vegan. Da ich Laktose nicht gut vertrage, bin ich bei Milchprodukten raus. Fleisch liebe ich und das muss mindestens einmal pro Woche zelebriert werden. Zwei Häuser weiter ist bei mir eine Metzgerei. Ich habe mir dort die Schlachterei angesehen und kaufe mir dort mein Fleisch. Als Kind bin ich viel auf dem Bauernhof gewesen und habe dort mitgearbeitet, habe bereits mit 10 Jahren bei einer Schlachtung zugesehen und selbst mitgewurstet. Mir ist es wichtig, wo das Fleisch herkommt und ich weiß unter welchen Umständen das Tier gelebt hat. Auch hier sehe ich keine Einschränkung. Ich ernähre mich gesünder und abwechslungsreicher.

Ob das alles jetzt noch unter Minimalismus fällt, oder nicht muss jeder für sich entscheiden. Ich habe mich bewusst für diese Lebensweise entschieden und deshalb ist sie auch für mich richtig. Wie das aber in zwei, drei, fünf, oder zehn Jahren ausschaut, ist wieder eine andere Sache.

Wie schaut denn Deine Lebensweise aus?
Lebst Du minimalistisch oder gar frugalistisch?
Fühlst Du Dich eingeschränkt dabei?

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